Eine Energieeinsparung lässt sich nicht messen. Sie ist ein Verbrauch, der nicht stattgefunden hat, also eine Rechnung. Wer die Rechnung schreibt, hält das Ergebnis in der Hand. In einem Energieeffizienzprojekt hat das Mess- und Verifizierungskonzept im Vertragsanhang oft nur einen Verfasser: den, der die Einsparung verkauft. Hier lesen Sie, was dieses Dokument für Ihr Gebäude enthalten muss und was Sie vor der Unterschrift ablehnen sollten.
Das Mess- und Verifizierungskonzept: die Spielregeln einer Einspargarantie
Definition eines M&V-Konzepts und seine Stellung im IPMVP
Das Mess- und Verifizierungskonzept (M&V-Plan, kurz M&V-Konzept) legt vor den Arbeiten oder vor der Inbetriebnahme fest, wie eine Energieeinsparung berechnet wird. Es definiert die Messgrenze, die Referenzperiode, die Anpassungen, die Zähler und das Format des Berichts. Es ist das Dokument, auf dem jeder Einsparnachweis durch Messung und Verifizierung nach dem IPMVP aufbaut.
Das IPMVP, das International Performance Measurement and Verification Protocol, existiert seit 1997 und wird von der EVO, der Efficiency Valuation Organization, gepflegt[1][1]Studien und BerichteEfficiency Valuation Organization (EVO), „International Performance Measurement and Verification Protocol (IPMVP)“Zu den Quellen ↓. Seine Grundprinzipien lassen sich in einem Satz fassen: Eine Einsparung ergibt sich aus der Differenz zwischen einem angepassten Referenzverbrauch (Baseline) und einem gemessenen Verbrauch[1][1]Studien und BerichteEfficiency Valuation Organization (EVO), „International Performance Measurement and Verification Protocol (IPMVP)“Zu den Quellen ↓.
Die Normen ISO 50015 und ISO 50001 ergänzen diesen Rahmen, ohne ihn zu ersetzen[2][2]Studien und BerichteISO, „ISO 50015:2014, Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen“ und „ISO 50001:2018, Energiemanagementsysteme“Zu den Quellen ↓. Eine ISO-Zertifizierung nach 50001 bestätigt ein Energiemanagementsystem. Sie garantiert nicht, dass eine angekündigte Einsparung stimmt. In Deutschland kommt DIN EN 17669 hinzu, die Mindestanforderungen an das Energiespar-Contracting festlegt.
Wozu dient ein M&V-Konzept im Energiespar-Contracting oder bei einer Einspargarantie?
Im Energiespar-Contracting oder bei einer Einspargarantie macht das M&V-Konzept aus einem Versprechen eine einklagbare Einsparung. Sein Zweck: Es begründet Erfolgsbeteiligung, Vertragsstrafen und den Return on Investment Ihrer Maßnahmen.
Ein Projekt zur Energieeffizienz ohne M&V-Konzept garantiert eine Zahl, die niemand nachrechnen kann. Das zeigt das Energiespar-Contracting, wie es der dena-Leitfaden beschreibt: Eine Einspargarantie ist nur so viel wert wie das Verfahren, mit dem die Einsparung nachgewiesen wird[3][3]PDFStudien und Berichtedena, Kompetenzzentrum Contracting, „Leitfaden Energiespar-Contracting“Zu den Quellen ↓.
Wussten Sie schon? Das Energieeffizienzgesetz verpflichtet Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh zu einem Energie- oder Umweltmanagementsystem und bei mehr als 2,5 GWh zur Veröffentlichung von Umsetzungsplänen für wirtschaftliche Einsparmaßnahmen; eine Novelle mit höheren Schwellen wird im Bundestag beraten, bis zu ihrer Verabschiedung gilt die bisherige Rechtslage (Stand Oktober 2026)[4][4]Regulierunggesetze-im-internet.de, „Energieeffizienzgesetz (EnEfG)“, § 8 Energie- oder Umweltmanagementsysteme und § 9 UmsetzungspläneZu den Quellen ↓. Wie viel eine einzelne Maßnahme tatsächlich eingespart hat, regelt das Gesetz nicht. Die Anwendung des IPMVP schreibt das Gesetz im Übrigen nicht vor.
Wer schreibt das M&V-Konzept und wann im Projekt?
Der übliche Verfasser ist der Contractor oder ein von ihm beauftragtes Ingenieurbüro. Der Auftraggeber schreibt es selten selbst. Das Dokument wird dem Vertrag als Anlage beigefügt, wie es jeder seriöse Mustervertrag für Energiespar-Contracting vorsieht, vor den Arbeiten oder vor der Inbetriebnahme der Regelung.
Ihr Handlungsspielraum liegt also vor der Unterschrift. Danach folgt die Umsetzung einer bereits festgelegten Methode.
Die Kompetenz des Verfassers wiegt so viel wie seine Leistung. Die Titel PMVA und PMVE der EVO[1][1]Studien und BerichteEfficiency Valuation Organization (EVO), „International Performance Measurement and Verification Protocol (IPMVP)“Zu den Quellen ↓ belegen eine Schulung im IPMVP. Eine eigene deutsche Personenzertifizierung für Messung und Verifizierung ist uns nicht bekannt; für das Energiespar-Contracting legt DIN EN 17669 Mindestanforderungen fest[7][7]Studien und BerichteDIN Media, „DIN EN 17669:2023-03, Energiespar-Contracting – Mindestanforderungen“Zu den Quellen ↓, ersetzt aber keine Schulung im internationalen Messprotokoll. Wir kommen weiter unten darauf zurück.
Vier Glieder, ein einziger Verfasser der Rechnung
Scrollen Sie, um die vier Glieder zu sehen →- Glied 1 Auftraggeber Sie, die Sie die Einsparung bezahlen SchreibtSelten das Konzept. Er unterschreibt die Vertragsanlage. MisstSeine Rechnungen, selten mehr. Kann anfechtenDie Referenz und die Anpassungen, wenn er die Rohdaten besitzt.
- Glied 2 Contractor Energiespar-Contracting, Einspargarantie oder Regelung SchreibtMeist das Konzept, danach den M&V-Bericht. MisstMit seinen Zählern und seinem Werkzeug. Kann anfechtenBetriebsabweichungen, die seine Einsparung belasten.
- Glied 3 Betreiber Tägliche Führung der Anlagen SchreibtDie Sollwerte und die Handbetriebe (Overrides). MisstDie Ablesungen und die Trendaufzeichnungen der GA. Kann anfechtenEine Referenz, die die Zwänge des Betriebs ignoriert.
- Glied 4 Unabhängiger Prüfer Ohne Einsparung zu verkaufen SchreibtEine begründete Stellungnahme zur Rechnung. MisstEr rechnet von den Rohdaten aus neu. Kann anfechtenJedes Ergebnis, das er nicht reproduzieren kann.
- Wer hat die Referenz festgelegt?
- Wer entscheidet über nicht routinemäßige Anpassungen?
- Wer besitzt die Rohdaten?
- Wer bezahlt die Verifizierung?
- Wer entscheidet bei Streit?
Der Inhalt eines M&V-Konzepts nach IPMVP, Abschnitt für Abschnitt
Abschnitte 1 und 2: die gemessene Maßnahme, die IPMVP-Option und die Messgrenze
Ein M&V-Konzept nach IPMVP gliedert sich in den Ausgaben 2012 und 2016 in dreizehn Abschnitte; die Ausgabe 2022 ergänzt zwei weitere, die Übersicht über die Anlage und die Anforderungen an die betriebliche Verifizierung[1][1]Studien und BerichteEfficiency Valuation Organization (EVO), „International Performance Measurement and Verification Protocol (IPMVP)“Zu den Quellen ↓:
- Die gemessene Einsparmaßnahme
- Die IPMVP-Option und die Messgrenze
- Die Referenzperiode
- Die Berichtsperiode
- Die Grundlage der Anpassungen
- Das Analyseverfahren
- Der zugrunde gelegte Energiepreis
- Die Spezifikation der Zähler
- Die Verantwortlichkeiten der Überwachung
- Die erwartete Genauigkeit
- Das M&V-Budget
- Das Format der Berichte
- Die Qualitätssicherung
Die Wahl der Option in Abschnitt 2 bestimmt alles Weitere. Eine Regelung ohne Bauarbeiten misst man nicht wie den Austausch eines Wärmeerzeugers. Die folgende Tabelle zeigt die IPMVP-Option für vier typische Maßnahmen in einem Nichtwohngebäude.
| Maßnahme | Häufigste Option | Messgrenze | Dominierende Anpassungen | Dauer der Referenz | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|---|---|
| Austausch eines Wärmeerzeugers Mit Bauarbeiten |
A B | Wärmemengenzähler an der Erzeugung. | Gradtagzahl. | Eine vollständige Heizperiode. | Die Lücke zwischen gemessenem Wirkungsgrad und dem am Netzzähler abgelesenen Verbrauch. |
| Dämmung der Gebäudehülle Mit Bauarbeiten |
C oder sogar D | Hauptzähler des Gebäudes. | Gradtagzahl, Belegung, Flächen. | Mindestens 12 Monate. | Ein schwacher Effekt, der in den übrigen Verbräuchen des Gebäudes untergeht. |
| Austausch einer RLT-Anlage Mit Bauarbeiten |
B | Zähler der Ventilatoren, Energie der Register. | Betriebsstunden, Belegung. | Ein vollständiger Jahreszyklus, sobald die Register vom Klima abhängen. | Handbetriebe, die die Referenz verfälschen. |
| Regelung oder KI-Regelung der HLK auf der bestehenden GA Ohne Bauarbeiten |
B, wenn die HLK einen Unterzähler hat, sonst C | Zähler und Trendaufzeichnungen der GA. | Gradtagzahl, Sonneneinstrahlung, Belegung. | Ein vollständiger Jahreszyklus. | Die Dauerhaftigkeit der Einsparung, lange nach der Inbetriebnahme. |
Die letzte Zeile der Tabelle betrifft unmittelbar die Regelungsprojekte: Option B oder C setzt einen vollständigen Betriebszyklus voraus, in der Praxis zwölf Monate, in der Referenzperiode und danach in der Berichtsperiode. Eine Regelungseinsparung wiegt wenig gegenüber den übrigen Verbräuchen des Gebäudes. Über eine zu kurze Periode verschwindet sie im Rauschen der Zähler.
Abschnitte 8 bis 10: Zähler, Verantwortlichkeiten der Überwachung und erwartete Genauigkeit
Die Werkzeuge der M&V sind bekannt: Zähler, Trendaufzeichnung der GA und Energiemanagement, oft Energiecontrolling oder Energiemonitoring genannt. Abschnitt 8 legt ihre technischen Spezifikationen und den Zeitschritt fest, stündlich oder täglich. Abschnitt 9 benennt, wer was abliest und wer die Qualität jeder Messgröße kontrolliert.
Abschnitt 10 legt die erwartete Genauigkeit fest, also die akzeptierte statistische Unsicherheit. Ohne sie wird die Umsetzung der Messung und Verifizierung zur Auslegungssache, jeder mit seinem Werkzeug.
Was den meisten M&V-Konzepten fehlt und wie Sie das Konzept des Anbieters gegenlesen
Ein Referenzverbrauch auf Daten, die niemand qualifiziert hat
Würde Ihr Referenzverbrauch einer Prüfung durch Dritte standhalten?
Antworten Sie Kriterium für Kriterium. Das Ergebnis bleibt ein Anhaltspunkt: Es bestätigt sich immer erst auf den realen Verbrauchshistorien des Gebäudes.- 1 Verfügen Sie über mindestens 12 Monate lückenlose Historie, mit einer Heizperiode und einer Kühlperiode?
- 2 Erfassen die Zähler innerhalb der Messgrenze mindestens im Stundentakt?
- 3 Sind Datenlücken und Doppelzählungen identifiziert und bereinigt?
- 4 Ist jeder Zähler eindeutig dem gemessenen Verbraucher oder der gemessenen Zone zugeordnet?
- 5 Blieben die Zähler über die gesamte Periode angeschlossen und unverändert?
- 6 Ist die Periode frei von jedem aktiven Handbetrieb?
- 7 Liegen Gradtagzahlen, Belegung und Flächen für denselben Zeitraum vor?
- 8 Sind die Rohdaten dem Auftraggeber außerhalb des Werkzeugs des Anbieters zugänglich?
Eine Referenz, die auf lückenhaften Historien, falsch zugeordneten Zählern oder einer Periode unter Handbetrieb berechnet wurde, verfälscht jede daraus abgeleitete Einsparung. Dennoch verlangen nur wenige Konzepte, diese Daten zu qualifizieren, bevor sie festgeschrieben werden.
Die Rechtslage liefert oft das Material. § 56 GModG verlangt für Nichtwohngebäude ein System für die Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung, das die Verbräuche aller Hauptenergieträger kontinuierlich überwacht, protokolliert und analysiert und die Daten über eine gängige, frei konfigurierbare Schnittstelle so zugänglich macht, dass Auswertungen herstellerunabhängig möglich sind[5][5]Regulierunggesetze-im-internet.de, „§ 56 GModG – Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung“, Mindestfunktionen und Pflicht für Nichtwohngebäude über 70 kWZu den Quellen ↓. Betroffen sind Nichtwohngebäude mit Anlagen über 70 kW Nennleistung, Frist ist der 31.12.2029; nach dem früheren § 71a GEG mussten Nichtwohngebäude mit Anlagen über 290 kW bereits bis zum 31.12.2024 ausgerüstet sein[6][6]RegulierungBundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226, „Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes und zur Änderung weiterer Vorschriften im Wärmebereich“ vom 23.07.2026: Umbenennung in Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), Art. 1 in Kraft seit dem 29.07.2026Zu den Quellen ↓. Hier die acht Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie die Referenz freigeben, ob die Historie aus der GA oder aus einem Energiemanagement-Werkzeug stammt.
Jedes „Nein“ oder „Weiß ich nicht“ verdient einen schriftlichen Vorbehalt im Vertrag. Verlangen Sie auch Zugang zu den Rohdaten: Ein M&V-Konzept, das auf das Werkzeug des Anbieters verweist, lässt sich nicht verifizieren.
Ein Konzept, das zur Dauerhaftigkeit der Einsparung schweigt, wenn der Betrieb abdriftet
Eine Regelungseinsparung hält nicht von selbst. Die Handbetriebe häufen sich, ein Sollwert steigt nach einer Beschwerde von oben wieder an (der Geschäftsführer im obersten Stock, der das ganze Jahr seine 24 °C verlangt, wie wir es schon oft erlebt haben) und die energetische Drift setzt ein. Nichts davon erfordert Bauarbeiten.
Ein Konzept, das nach der Abnahme aufhört zu messen, bescheinigt eine Einsparung, die es nie nachverfolgen wird. Eine falsch gewählte IPMVP-Option oder eine zu kurze Berichtsperiode macht diese Drift unsichtbar. Bei einem Regelungsprojekt wird die versprochene Energieeffizienz über die gesamte Vertragslaufzeit nachverfolgt.
Das Konzept von einem qualifizierten Praktiker prüfen lassen
Eine Prüfung ist so viel wert wie der Prüfer. Die CMVP-Zertifizierung (Certified Measurement and Verification Professional) vergibt die Association of Energy Engineers (AEE). Die EVO trägt sie seit 2022 nicht mehr mit und vergibt eigene Titel, PMVA und PMVE[1][1]Studien und BerichteEfficiency Valuation Organization (EVO), „International Performance Measurement and Verification Protocol (IPMVP)“Zu den Quellen ↓. Eine eigene deutsche Personenzertifizierung für Messung und Verifizierung ist uns nicht bekannt; DIN EN 17669 legt Mindestanforderungen an das Energiespar-Contracting fest[7][7]Studien und BerichteDIN Media, „DIN EN 17669:2023-03, Energiespar-Contracting – Mindestanforderungen“Zu den Quellen ↓. Die Titel von AEE und EVO belegen eine persönliche Schulung und Kompetenz. Fragen Sie deshalb nach dem Namen der Person, die das Konzept unterschreibt, nicht nur nach dem der Firma.
Was Foobot zu einem Mess- und Verifizierungskonzept beiträgt
Unabhängige GA-Beratung: die Zähler absichern, bevor die Referenz festgeschrieben wird
Eine Referenz ist nicht besser als die Zähler, die sie speisen. Mit unserer unabhängigen Bauherrenberatung Gebäudeautomation spüren wir zuerst Verbindungsabbrüche, Datenlücken, Doppelzählungen und unsichtbare Driften in den Verbrauchshistorien des Gebäudes auf. Der Aufbau einer nutzbaren Zählung mit Trendaufzeichnung folgt danach. Diese Arbeit hat für sich allein Wert, ob eine Einspargarantie folgt oder nicht.
KI-Regelung: Einsparungen nach IPMVP mit Witterungsbereinigung über Gradtagzahlen gemessen
Beweis vor Versprechen. Bei Valeo weist die KI-Regelung −28,6 % Verbrauch für Heizung und Strom aus, gemessen nach dem IPMVP[8][8]PraxiserfahrungFoobot, Fallstudie Valeo, HLK-Verbrauch gemessen nach IPMVPZu den Quellen ↓. Das ist ein gemessener Fall, keine auf Ihr Gebäude übertragbare Zusage. Die Regelung läuft alle 15 Minuten, rund um die Uhr, über die bestehende GA und ohne größere Bauarbeiten. Die Energieeffizienzgewinne bleiben durch Dritte prüfbar.
Ein M&V-Konzept wird vor der Vertragsunterschrift verhandelt
Ein M&V-Konzept, das Sie so unterschreiben, wie der Anbieter es geschrieben hat, legt die Regeln eines Spiels fest, das Sie nicht mehr kontrollieren. Fordern Sie die fünfzehn Abschnitte des IPMVP 2022 und eine Referenz auf qualifizierten Daten. Lehnen Sie einseitige Klauseln ab: Anpassungen im Ermessen des Contractors, Rohdaten, die nur im System des Anbieters liegen, Berichte ohne Quellen. Lassen Sie das Dokument anschließend von jemandem gegenlesen, der keine Einsparung zu verkaufen hat. Der richtige Zeitpunkt liegt vor der Unterschrift, nicht nach der ersten Verifizierung. Für eine Durchsicht Ihres Entwurfs für das M&V-Konzept können Sie uns kontaktieren.
Ihr M&V-Konzept prüfen oder erstellen lassen
Zum Weiterlesen:
FAQ – Mess- und Verifizierungskonzept
Was ist ein Mess- und Verifizierungskonzept?
Ein M&V-Konzept legt vor den Arbeiten oder vor der Inbetriebnahme fest, wie eine Einsparung nach dem IPMVP berechnet wird: Messgrenze, Referenzverbrauch, Anpassungen, Zähler und Bericht. Als Vertragsanlage macht es die Einsparung durch Dritte nachrechenbar.
Worum geht es bei der Messung und Verifizierung?
Die Messung und Verifizierung macht eine Einsparung einklagbar. Sie begründet Erfolgsbeteiligung, Vertragsstrafen und den Return on Investment einer Einspargarantie. Ohne sie verspricht der Vertrag eine Zahl, die niemand nachrechnen kann.
Wie bindet man das Thema wirksam in ein Energieeffizienzprojekt ein?
Nehmen Sie das M&V-Konzept schon in die Ausschreibung auf, vor den Arbeiten, und fügen Sie es dem Vertrag als Anlage bei. Seine Umsetzung setzt verlässliche Zähler und eine qualifizierte Referenz voraus. Ein Energiemanagement nach ISO 50001 strukturiert die Überwachung, ersetzt das Konzept aber nicht.
Was sind die Prinzipien des IPMVP?
Das IPMVP beruht auf sechs Grundprinzipien: Genauigkeit, Vollständigkeit, Vorsicht, Konsistenz, Relevanz und Transparenz. Sie gelten für den Verfasser wie für den Prüfer. Eine ISO-Zertifizierung einer Organisation deckt sie nicht ab: Sie zielen auf die Einsparrechnung selbst.
Wie bewertet man Energieeinsparungen?
Man vergleicht den angepassten Referenzverbrauch mit dem in der Berichtsperiode gemessenen Verbrauch, nicht routinemäßige Anpassungen eingeschlossen. Die gewählte IPMVP-Option legt die Messgrenze fest: abgegrenzte Maßnahme, Gesamtgebäude oder kalibrierte Simulation. Die Einsparung wird immer berechnet.
Welche Werkzeuge für die Messung und Verifizierung?
Die Werkzeuge sind Energiezähler, die Trendaufzeichnung der GA und Energiemanagement-Software (Energiecontrolling). Das beste Werkzeug reicht nicht: Die Messung und Verifizierung verlangt Rohdaten im Stundentakt, zugänglich über die gesamte Periode.
Quellen und Verweise
8 Quellen.- [1]Efficiency Valuation Organization (EVO), „International Performance Measurement and Verification Protocol (IPMVP)“↑ 1 2 3 4 5
- [2]ISO, „ISO 50015:2014, Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen“ und „ISO 50001:2018, Energiemanagementsysteme“↑
- [3]dena, Kompetenzzentrum Contracting, „Leitfaden Energiespar-Contracting“PDF↑
- [7]DIN Media, „DIN EN 17669:2023-03, Energiespar-Contracting – Mindestanforderungen“↑ 1 2
- [4]gesetze-im-internet.de, „Energieeffizienzgesetz (EnEfG)“, § 8 Energie- oder Umweltmanagementsysteme und § 9 Umsetzungspläne↑
- [5]gesetze-im-internet.de, „§ 56 GModG – Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung“, Mindestfunktionen und Pflicht für Nichtwohngebäude über 70 kW↑
- [6]Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226, „Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes und zur Änderung weiterer Vorschriften im Wärmebereich“ vom 23.07.2026: Umbenennung in Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), Art. 1 in Kraft seit dem 29.07.2026↑
- [8]Foobot, Fallstudie Valeo, HLK-Verbrauch gemessen nach IPMVP↑